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E-Learning im Gesundheitswesen

2/2009 - 4. Jahrgang

Andrea Back

Editorial


Andrea Back

Andrea Back, Dr.,
ist seit 1994 Professorin für Betriebswirtschaftslehre mit besonderer Berücksichtigung der Wirtschaftsinformatik an der Universität St. Gallen und Lehrstuhlinhaberin mit den Kompetenzzentren Learning Center und Business 2.0.

E-Learning ist im Gesundheitsbereich schon viele Jahre etabliert. Schwerpunkthefte, die ein ganzes Anwendungsfeld ausleuchten, fallen naturgemäß thematisch breit aus. Für dieses Themenheft waren vor allem Projekte abseits verbreiteter E-Learning-Umsetzungen – etwa in Form von WBTs oder gerichtet an die klassischen Zielgruppen in der Hochschulausbildung oder betrieblichen Bildung – von Interesse. Mit fünf Beiträgen bietet dieses Heft nun eine kleine und doch vielseitige Werkschau zu in der Forschungsgemeinschaft aktuell bearbeiteten Fragestellungen, die gleichzeitig einen hohen Anwendungsbezug aufweisen. Jeder der Artikel liefert LeserInnen aus der Wissenschaft wie auch aus der Praxis fundiert und detailliert beschriebene Einblicke, die im Folgenden kurz zusammengestellt sind.

Bachmann, Cantoni, Coyne und McLaughlin haben für 27 EU- und EFTA-Länder Regularien und offizielle Informationen von Medizinischen Verbänden und Gesundheitsministerien untersucht, um einen Überblick zu erlangen, wie sich E-Learning in der Weiterbildung von Gesundheitsberufen etabliert hat. Sie geben in zahlreichen Tabellen mit einem Ländervergleich (einschließlich USA) über verschiedenste Aspekte Aufschluss. Als Fazit stellen sie fest, dass E-Learning bereits verbreitet offiziell anerkannt ist; allerdings existiert keine allgemeingültige oder typische Handhabung. Insbesondere stehen verschiedene Akkreditierungsbehörden hinsichtlich Klärungen zu E-Learning noch am Beginn.

Auf einen einzelnen Kurs bezogen steht auch der Beitrag von Daetwyler, Cohen, Gracely und Novack mit der Verbreitung von E-Learning in Zusammenhang. Sie stellen zwei Anwendungen für medizinische Kommunikationsfertigkeiten vor, mit denen sie in den USA fast jeden zweiten Studierenden der Medizin erreichen. Die Geschichte zur Entstehung dieser etablierten E-Learning-Ausbildung ist den AutorInnen wichtig, denn sie gibt Aufschluss über Rahmenbedingungen dieses Erfolgs. Besonders interessant für Forschende ist die Methodik einer aktuellen Pilotstudie, welche die Wirksamkeit dieser Online-Ausbildungsform untersucht. Die Ergebnisse belegen, dass es mit beiden Vermittlungsformen in Kombination, d.h. inklusive der in Videokommunikation simulierten Praxissessions, gelingt, Wissen zu vermitteln und Anwendungskompetenz zu entwickeln.

Ein weiteres E-Learning-Selbstlernarrangement stellt Metz vor. Es handelt sich um virtuelles Selbstcoaching zur Stressbewältigung im beruflichen Umfeld. Diese Anwendung hat erst eine kleine empirische Vorstudie durchlaufen und ist noch im Konzeptstadium. Der ausführlich dargestellte und kritisch reflektierte Ansatz ist für viele LeserInnen in Wissenschaft und betrieblicher Bildung interessant, da er sich von reinen Wissensvermittlungs-WBTs unterscheidet und Wege zur virtuellen coaching-basierten Kompetenzentwicklung beschreitet.

Mit der Konzeption und Erst-Erstellung von E-Learning-Angeboten endet der Lebenszyklus für E-Learning-EntwicklerInnen keineswegs, sondern viele Inhalte erfordern einen laufenden Aktualisierungsprozess. Hoffmann und Zentner widmen sich der Frage, ob aktuelle Medien, insbesondere die Informationsquellen des Internets wie RSS, Websites und Newsletter, eine Effizienzsteigerung bei dieser Aufgabe bewirken können. Ihr Praxis- und Erfahrungsbericht, den sie zu einem Blended Learning-Kurs zu medizinischer Technikfolgenabschätzung erstellt haben, zeigt zum einen ihre Herangehensweise und zum anderen, dass sich diese Aufgabe auch mit modernen Informationswerkzeugen nicht automatisieren lässt.

In diese Berichte zu aktuellen E-Learning-Umsetzungen abseits der typischen Zielgruppen und Lernumfelder reiht sich der Artikel von Zens und Meisinger ein. Sie berichten über Blended Learning für PatientInnen im Krankenhaus. Sie zeigen, wie Lernangebote zum Zweck der besseren Krankheitsbewältigung gezielt ausgewählt wurden und dass die drei untersuchten Kurse von den befragten ca. 50 PatientInnen als ihren Bedürfnissen entsprechend und sehr nützlich eingestuft wurden. Dieser Ansatz wird deshalb mit PatientInnen in der Rehabilitation fortgesetzt und weiter untersucht.

Als betreuende Herausgeberin, die dieses Heft von Anfang an begleitet hat, wünsche ich auch im Namen der beteiligten AutorInnen, dass Sie als unsere LeserInnen in diesem Heft viele Anknüpfungspunkte für einen weiteren fruchtbaren Wissens- und Erfahrungsaustausch finden.

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Stand: 06.09.2010  |  RSS-Icon RSS  |  News  |  Intern  |  Impressum  |  Sitemap  |  © 2006 – 2010 StudienVerlag

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